Inzwischen haben wir den Operationstermin für Anfang August… Es wird ernst. Wir fahren beide zum wahrscheinlich letzten Mal vor der Transplantation nach Heidelberg und werden dort von Psychologen und den behandelnden Ärzten befragt und begutachtet…

Ebenso wurden weitere Untersuchungen vorgenommen, z.B. ein Lungenfunktionstest (nur pusten und Luft anhalten – nix schlimmes), Darmspiegelung (incl. Zwölffingerdarm und das Endteil vom Dünndarm) – unter leichter Narkose – also völlig ohne unangenehme Gefühle…;-)))

Weiterhin bekam ich dann noch eine Einladung nach Karlsruhe zur Ethik- Kommission. Dort wurde ich über Hintergründe meiner Entscheidung zur Spende und auch über das Verhältnis zu meiner Tochter befragt. Mag bei Fremdspendern vielleicht Sinn ergeben – beim leiblichen Papa ergibt er sich mir nicht richtig. Aber gut- ist halt Vorschrift. 

Es wurde nochmal eine Typisierung durchgeführt – diese darf zum Zeitpunkt der Transplantation nicht älter als 6 bis 8 Wochen sein. Bei meiner Tochter wurde auch ein letztes Mal der Blutwert bestimmt, der letztendlich darüber Auskunft gibt, ob und in welchem Umfang bei ihr eine Blutwäsche zum Herausfiltern der Antikörper nötig ist. Sie hat riesiges Glück – der Wert lag bei ihr bei 600 – ab ca. tausend wäre eine Blutwäsche, die sich zum Teil auch über mehrere Wochen hinziehen kann (!), unumgänglich gewesen. Wir passen also sehr gut, fast ideal, zueinander!

Nun, nach positivem Abschluss aller Untersuchungen, beginnt das große Warten erneut. Noch ca. 7 Wochen bis zur Transplantation…

Ich begann mich zu „Reinigen“. So nenne ich es für mich selbst. Durch meinen Beruf (arbeite ständig weit weg von meinem Wohnort und lebe in Hotels) habe ich leider eine sehr ungesunde Lebensweise, frühstücke im Hotel und esse bis abends nichts, um dann in einem Restaurant am späten Abend zu essen. Leider nicht immer das gesündeste… 

Ich verzichte nun völlig auf Alkohol, esse sehr gesund und fast fleischlos (schon wegen meiner nicht mehr vorhandenen Galle ein MUSS um den Cholesterinwert im Griff zu haben). Zum Beispiel gibt es sehr oft Haferflocken mit frischen Beeren zum Frühstück – es sättigt fast bis zum Abend! Außerdem treibe noch mehr Sport als sonst. Unter Sport verstehe ich ausgiebige Wanderungen von mehreren Stunden im Gebirge (meist packe ich mir den großen Rucksack voller Wasserflaschen um richtig Kalorien zu verbrennen) und lange Radtouren (ab 50km). Es macht mir Spaß und tut mir richtig gut! Meine Tochter soll eine fitte und saubere Niere bekommen!