Februar: Es war soweit, ich fuhr zusammen mit meiner Tochter nach Heidelberg. Zu Beginn wurde ich vom zuständigen Professor, Prof. Zeier (Leiter des Nierenzentrums Heidelberg) befragt – Anja war bereits vorher schon öfter bei ihm und so waren da kaum noch Fragen an sie nötig. Es ging allerdings nur um Abklärung meiner Krankengeschichte und die meiner Eltern. Und ich bekam erste Erläuterungen zum evtl. bevorstehenden Eingriff. Zum Beispiel, welche Niere entnommen wird (immer die Kleinere bzw. die mit der schlechteren Leistung) und dass man sich heute sogar aussuchen kann, an welcher Stelle die Niere aus dem Körper entnommen wird. Ich kann mich bis zur eventuellen OP entscheiden, ob der Schnitt am Nabel oder weiter unten am Schambein erfolgen soll. Auch wurde ich über mögliche Komplikationen und Folgen aufgeklärt. Da ist allerdings einiges möglich was schiefgehen oder auftreten kann. Zum einen können bei uns Männern nach der Entnahme einer Niere chronische Schmerzen am Hoden auftreten. Bei einem Spender von 800 ist dies wohl der Fall.

Schmerzen an der Narbe kenne ich – habe ich vor etlichen Jahren bereits meine Galle „abgegeben“…

Ebenso berichtet man mir davon, dass wie auch bei Nierenkranken nach der Operation Bluthochdruck oder erhöhter Blutdruck oder auch eine Niereninsuffizienz (Nierenunterfunktion die zu Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Depressionen und Müdigkeit führen kann) auftreten können. Dadurch kann es passieren, dass die früher vorhandene Leistungsfähigkeit nicht mehr erreicht wird. Allerdings habe ich auch bereits das Gegenteil erfahren – erinnere hier nur an Frank-Walter Steinmeier, der nach der Spende einer Niere an seine Frau als Außenminister und später Bundespräsident alle Anstrengungen und Strapazen seiner Ämter mit Bravour meisterte! Ich nehme das in Kauf – es ist in meinen Augen noch lange nicht mit den Leiden meiner Tochter zu vergleichen…

Nach diesem ersten Gespräch fanden erste Untersuchungen statt, es wurden z. B. meiner Tochter und mir mehrere Blutproben in größerer Menge entnommen, um die Blutgruppe und eventuelle Übereinstimmung und Verträglichkeit zu überprüfen (Typisierung). Dann war auch alles schon vorüber und wir konnten wieder zurück nach Hause fahren. Nun begann das große Warten…